Pferderassen: der Leutstettener

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Der Leutstettener, auch Sárvárer genannt, hat seinen Ursprung in Ungarn (Stadt Sárvár in Westungarn). Es handelt sich bei dieser Rasse rein züchterisch um ein besonders vornehmes Halbblut, das der Rasse des Furioso-North Star zuzuordnen ist. Allerdings existieren bis heute zu dem Leutstettener vollkommen eigenständige Stutenfamilien.

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Bei dem Leutstettener handelt es sich um eine vom englischen Vollblut stark beeinflusste Zucht. Dennoch konnte durch den großen Einfluss der sehr gut vererbenden Stuten der markante, historische Sárvárer Typ glücklicherweise erhalten bleiben.

Diese Rasse ist bekannt als besonders edel. Ursprünglich fand sie Verwendung in der kaiserlichen Kavallerie. Zeitlich kann man ihre Entstehung auf ca. 1800 datieren. Damals kaufte Erzherzog Ferdinand den Bereich Sárvár, wo sich bereits damals ein sehr gutes Gestüt befand. Historische Aufzeichnungen lassen sich bis 1816 zurückverfolgen – seinerzeit begann man Gestütsbücher zu erstellen, um sämtliche Zuchtergebnisse lückenlos dokumentieren zu können.

Eben zu dieser Zeit schon wurden viele Pferde aus Sárvár an den Erzherzog in Wien geliefert – ein klarer Beweis, dass schon damals die Pferde von außergewöhnlicher Qualität waren.

Dafür verantwortlich waren die hervorragenden Mutterstuten, für die man ganz Europa bereiste, um nur die allerbesten Tiere zu bekommen. Es ist bekannt, dass Stuten aus England, Mecklenburg, aus Trakehnen und von diversen Privatgestüten – insbesondere aus Ungarn – gekauft wurden, um damit den Genpool in Sárvár zu konsolidieren. Besonders hervorzuheben sind drei Stuten, die der Rasse ihren Stempel aufdrückten: da war zunächst eine Stute, die 1826 aus Matjushaza nach Sárvár kam, deren Name allerdings verloren ging, die englische Stute Helena und aus Mähren die Bogar.

Selbst heute noch ist jeder Leutstettener auf die beiden letzt genannten Stuten zurückzuführen; die Linie der erst genannten Stute ist allerdings ausgestorben.

Bezüglich der Hengste gab es den größten Einfluss auf die Zucht durch die Noniusrasse, insbesondere in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts arbeitete man fast ausschließlich mit diesen Hengsten. Erst später kreuzte man Halbbluthengste aus Arabien ein, vor allem Shagya und Angloaraber. Besonders wichtig und prägend für die Rasse des Leutstetteners waren die beiden berühmten Hengste Furioso und North Star.

1875 ging das Gut Sárvár in bayrischen Besitz über; 1945 verbrachte man allerdings den ganzen Bestand auf der Flucht vor den sowjetischen Besatzern nach Leutstetten. Seitdem wurden diese Pferde „Leutstettener“ genannt, ihr Hauptzuchtgebiet lag bis 2006 hauptsächlich in Deutschland.

Allerdings bemüht sich der ungarische Staat auch, die Zucht dieser legendären Pferde wieder voranzubringen und man erbat bereits im Jahr 1980 die Übersendung von 50 guten Pferden (48 Mutterstuten und 2 Hengste) in das Gestüt Pusztabereny (Plattensee). Tatsächlich haben diese Pferde aus Leutstetten durch ihr gutes Blut einen sehr großen Einfluss auf die Zucht des ungarischen Furiosos ausgeübt.

Bedauerlicherweise wurde das Leutstettener Gestüt im Jahr 2006. geschlossen. Sämtliche Pferde wurden veräußert, und es konnten zahlreiche Interessenten gefunden werden, die sich für den Erhalt dieser Rasse einsetzen wollen. Dennoch gilt der Leutstettener heute als vom Aussterben bedroht und steht in Deutschland auf der roten Liste der besonders gefährdeten heimischen Nutztierrassen.

Der Leutstettener hat ein Stockmaß von 155 cm bis 165 cm. Den Leutstettener gibt es als Braunen in sämtlichen Schattierungen, wobei weiße Abzeichen eher selten anzutreffen sind. Sie finden Verwendung für alle Reitsportarten, werden aber auch gerne vor Kutschen gespannt. Man schätzt sie wegen ihrer unermüdlichen Robustheit und harten Ausdauer. Aber auch durch ihre Zuverlässigkeit und die starke Bezogenheit auf ihren Besitzer sind diese Pferde beliebt bei ihren Haltern.


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