
Bild: Kein Campolina
Bei dem Campolina handelt es sich um einen mittelgroßen Tölter aus Südamerika. Sein genauer Ursprung liegt in dem brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais, das ist weit im Südosten des Landes. Bis heute ist Brasilien das Hauptzuchtgebiet geblieben, verbreitet ist die Rasse allerdings auf dem gesamten amerikanischen Kontinent.
Begründer und Namensgeber für die Rasse ist Cassiano Campolina, Besitzer der Fazenda Tanque in Entre Rios de Minas. Er kreuzte 1870 eine schwarze Berberstute mit einem Andalusierhengst. Das aus dieser Mischung hervorgegangene Hengstfohlen „Monarca“ wird als der Begründungshengst der Campolinas angesehen.
Um die Zucht weiter zu verfeinern, kreuzte Cassiano Campolina zunächst die Rasse Mangalarga Marchador ein. Auch Holsteiner, Anglo-Normanne, Clydesdale, American Saddle Horse, Orlow-Traber und Pecheron trugen zur Weiterentwicklung der neuen Rasse bei.
Nach dem Tod Campolinas im Jahre 1909 führten seine Mitarbeiter Joaquim Resende auf der Tanque-Farm und Colonel de Andrale auf der Campo Grande Farm die Zucht weiter fort, indem sie die Rasse durch Criollos, Marchadors und Englische Vollblüter weiter verfeinerten. Der 1934 gemeinsam mit dem Zuchtbuch festgelegte Zuchtstandard wurde 1975 und 1993 erneuert.
Der Campolina erreicht ein Stockmaß von 150 bis 160 cm und kommt in allen Farben vor, am häufigsten sind jedoch Füchse, Braune, Schimmel und Wildfarbene anzutreffen, Rappen dagegen sind sehr selten.
Heute gehört der Campolina zu den besten Pferderassen Südamerikas und zeichnet sich durch sein unkompliziertes, sanftes und freundliches Wesen aus. Verwendung findet die trittsichere und ausdauernde Rasse als Reitpferd für lange Distanzen, als Arbeits- und Hirtenpferd, beim Freizeit- und Geländereiten sowie in Reitschulen.
Typisches Merkmal für den Campolina, der weder Trab noch Paß geht, sind die Gangarten „Batida”, ein Trabtölt und „a picada“, ein Paßtölt.
Beim 1938 gegründeten Zuchtverband „Associação Brasileira dos Criadores do Cavalo Campolina“ sind heute rund 85.000 Pferde und über 7.300 Züchter registriert.
