Bei dem Altér-Real handelt es sich um eine Pferderasse, die ihren Ursprung in Portugal hat. Gezüchtet wurde sie erstmalig in dem national bekannten Herrscherhaus der Braganca.
Bereits im Jahr 1748 gründeten die Bragancas in dem Ort Vila de Portel ein eigenes Gestüt. Dort begann man mit circa 50 ausgewählten Stuten erstklassiger, andalusischer Qualität eine gezielte Pferdezucht.
Nach einer recht kurzen Zeit von nur 8 Jahren wurde das Gestüt im Jahr 1756 nach Altér do Chão umgesiedelt. Diesem neuen Gestüt „Altér“ verdankt diese Pferderasse auch ihren Namen. Der Nachsatz „Real“ ist portugiesischen Ursprungs und bedeutet königlich (vergleichbar mit dem englischen „royal“).
Das Gestüt Altér war zuständig für die Zucht von außergewöhnlich schönen Pferden, die als Paradepferde für den königlichen Hof in Lissabon eingesetzt wurden. Auch die königliche Reitbahn, in der die Hohe Schule praktiziert wurde, erhielt ihre Pferde vom Gestüt Altér.
Nachdem das berühmte Gestüt bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts einen steten Aufschwung erfuhr, kam es jedoch im Zeitraum von 1807 bis 1811 zu einem Verfall, der bedingt wurde durch die Kavallerie Napoleons. Sie verschleppte die Pferde in alle möglichen Richtungen, so dass es nach 1811 an züchterischer Grundlage mangelte.
Man bemühte sich zwar um einen Wiederaufbau dieser Zucht unter Zuhilfenahme der spärlichen Restbestände, dies blieb jedoch recht erfolglos. Die Verantwortlichten versuchten später, die Linie durch die Einzucht von arabischem Blut zu stärken, jedoch auch diese Maßnahme erwies sich als erfolglos.
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Erst lange Zeit später, nämlich gegen Ende des 19. Jahrhunderts, gelang durch die Einkreuzung von Andalusiern eine Wiederbelebung der Altér-Real Zucht, wie man sie sich gewünscht hatte.
Der Altér Real ähnelt sehr stark dem Lusitano. Der iberische Typ ist unverkennbar, es handelt sich bei dieser Rasse um Pferde mit selten nobler Erscheinung. Dies wird vor allem bei der Betrachtung des Kopfes deutlich. Er ist recht schmal, dabei trocken und mit meist sehr geradem Profil, was ihm zu einer besonders vornehmen Erscheinung verhilft. Der Hals ist geschwungen, hoch aufgesetzt, auf einer oft kurzen, steilen Schulter.
Der kurze Rücken ist mittelbreit mit einer guten, stabilen Tragfähigkeit. Beim Altér Real zeigt sich die Hinterhand sehr gut gewinkelt. Auch das Fundament beeindruckt: die Fesseln sind sehr elastisch und die Hufe hart.
Diese physischen Gegebenheiten sorgen für besonders erhabene Gänge bei dieser Pferderasse. Gerade dies prädestiniert sie für Dressurarbeiten in der Hohen Schule. Dabei erweisen sich auch der große Lerneifer und die außerordentlich schnelle Auffassungsgabe dieser Tiere als sehr hilfreich und förderlich.
Obwohl der Altér-Real sehr robust und widerstandsfähig ist, hat er gleichzeitig einen ausgeglichenen, ruhigen Charakter, der seine Führung und Erziehung erleichtert.
Als in Portugal die Monarchie aufgelöst wurde, zog dies auch die Schließung dieses berühmten Gestütes nach sich. Wichtige Dokumente wurden vernichtet, ganze Archive mit geschichtsträchtigen Dokumenten verschwanden – ein unwiederbringlicher Verlust.
Einige Pferde konnten jedoch gerettet werden; eine Privatzucht führte den Bestand – wenn auch nur sehr klein – fort. Im Jahre 1942 wurde das Gestüt Altér wieder eröffnet, und man konnte sich erneut dem Bestand und der Verbesserung des Altér-Real widmen.
Diese Bemühungen führten dazu, dass bis heute der Bestand gesichert werden konnte, und inzwischen diese wunderbare Rasse in Reinzucht fortgeführt werden kann.
