Beim Achetta, auch als Sardisches Pony bezeichnet, handelt es sich um drahtige, kleine Reit- und Arbeitsponys aus Italien. Ihre Heimat ist die „Giara de Gesturi“, ein rund ein 50 km² großes Hochplateau im Süden der Insel Sardinien, wo die Achettas auch heute noch halbwild und frei in kleinen, begrenzten Familienverbänden leben.
Nur einmal im Jahr werden alle Tiere eingefangen, um sie tierärztlich zu versorgen und um überzählige Exemplare an die Regionalverwaltung zu verkaufen.
Achettas erreichen ein Stockmaß von 120 cm bis 140 cm und kommen fast ausschließlich als Rappen, Dunkelbraune und Braune vor. Die Rasse ist nur sehr gering verbreitet und aktuell sogar vom Aussterben bedroht; momentan liegt der Bestand noch bei nur etwa 600 Ponys. Trotzdem dienen die Tiere in ihrer Heimat auch als Fleischlieferant. Ihr eigentlicher Einsatzbereich ist aber der als Reitpony.
Das Achetta hat einen gutmütigen Charakter, gepaart mit einem energischen Temperament. Das ganzjährige Leben unter freiem Himmel machte die Rasse hart, widerstandsfähig gegen sämtliche Witterungseinflüsse und sehr ausdauernd. Man schätzt auch ihre Trittsicherheit und ihre Genügsamkeit. Dies rührt von dem eingeschränkten Nahrungsangebot auf dem Plateau, auf dem sie leben und wo es oft nur weite Flächen voll von Geröll und Felsbrocken gibt. Ihre Hauptnahrungsmittel sind Wasser- und Sumpfpflanzen, die während der Regenzeit in großen, flachen Seen wachsen. Die Achettas haben sich ihrer Umgebung sogar so weit angepasst, dass sie in der Lage sind, mit ihren Nüstern rund 15 Sekunden unter Wasser zu bleiben und dabei diese Pflanzen abzugrasen.
Es ist bekannt, dass in den wilden Bergen Sardiniens schon seit vielen Jahrhunderten Pferde leben. Dabei handelt es sich um Nachkommen solcher Pferderassen, die ursprünglich mit karthagischen und numidischen Eroberern während der Raubzüge auf die Insel gelangten und dort einfach zurückgelassen wurden.
Rund 400 Jahre später brachten dann auch die Spanier ihre eigenen Pferde mit. Im Laufe der Zeit verwilderten diese Pferde und waren gezwungen, sich den dort herrschenden Lebensbedingungen anzupassen. Von den Einwohnern Sardiniens wurden sie schon frühzeitig als vielseitige Kleinpferde geschätzt, heute werden sie hauptsächlich als Zug-, Lasten- und Reitpferde verwendet.
