Pferdekrankheiten: Stomatitis vesicularis

Unter Stomatitis vesiculairs versteht man eine leichte Viruserkrankung, von denen Huftiere befallen werden können. Hauptsächlich Pferde und Maultiere, aber auch Schweine und Rinder können befallen werden.

Bei der Stomatitis vesicularis, die in der Fachsprache auch Vesikulärstomatitis genannt wird, handelt es sich um eine Entzündung der Mundschleimhaut, die man an der Bildung zahlreicher Bläschen erkennen kann.

Erstmalig beschrieben wurde diese Krankheit in Südafrika zum Ende des 19. Jahrhunderts. Inzwischen ist sie weltweit verbreitet, ist jedoch in Amerika häufiger anzutreffen. Besonders im Bereich der Karibik tritt sie verstärkt auf.

Da diese Viruserkrankung auch auf den Menschen übertragen werden kann, zählt sie zu den anzeigepflichtigen Tierseuchen. Erwähnenswert ist auch die Ähnlichkeit zu der gefürchteten Maul- und Klauenseuche, die gleichfalls als sehr ansteckend gilt. Glücklicherweise ist bis auf eine leichte Epidemie im Jahr 1996 im Kosovo Europa von der Stomatitis vesicularis weitgehend verschont geblieben.

Die Erkrankung äußert sich bei den einzelnen Huftieren unterschiedlich. Während bei Rindern eine verstärkte Blasenbildung in deren Maulhöhle und bei den weiblichen Tieren an deren Zitzen zu beobachten ist, beschränkt sich bei Pferden die Bläschenbildung auf die Maulhöhle.

Normalerweise verläuft die Erkrankung jedoch mild, und die betroffenen Tiere sind im Regelfall nach 14 – 20 Tagen wieder vollkommen gesund.

Wenn Menschen von dem Virus befallen sind, äußert sich dies fast immer in einer erhöhten Temperatur und verstärkten Halsschmerzen, wobei häufig eine Grippe angenommen wird. Die Erkrankung ist jedoch kaum bedrohlich, verläuft fast immer mild und komplikationslos und ist meist nach ca. 14 Tagen verschwunden.

Wenn man bei seinem Pferd Bläschen in der Maulhöhle bemerkt, sollte man einen Tierarzt aufsuchen. Um die Stomatitis vesicularis richtig diagnostizieren zu können, wird der Arzt eine Probe der Mundschleimhaut entnehmen, um diese auf das Erregervirus, das unter der Bezeichnung Vesicular stomatitis virus (VSV) geführt wird, untersuchen zu können.

Aufgrund der erhöhten Ansteckungsgefahr und der Übertragbarkeit auf den Menschen sollte man bei der Untersuchung des Pferdes immer Schutzhandschuhe tragen und auf sorgfältige Hygiene nach der Untersuchung achten.

Es gibt bislang weder eine Impfung, noch Medikamente gegen dieses Virus. Die erkrankten Tiere sollten jedoch bis zu ihrer Genesung von den gesunden separiert werden (Quarantäne), um mögliche Ansteckungen auszuschließen.

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