Das Hendra-Virus und die damit verbundene Erkrankung bei Pferden wurde im Jahr 1994 entdeckt. Benannt wurde das Virus nach dem Ort, an dem es zuerst beobachtet wurde: Brisbanes Vorort Hendra (Australien).
Man stellte bei ersten Untersuchungen fest, dass dieses Virus eine sehr starke Ähnlichkeit mit dem Erreger der Masern aufwies und wählte daher zunächst die Bezeichnung „equines Morbillivirus“.
Inzwischen ist es jedoch unter der Bezeichnung Hendra-Virus bekannt. Dieses Virus ist verantwortlich für eine oftmals sehr schwer verlaufende Infektionskrankheit bei Pferden. Auch Menschen können infiziert werden und erkranken.
Bisher stellte man fest, dass das Virus in Flughunden lauert – der vollständige Übertragungsweg konnte allerdings bislang nicht geklärt werden. Bei Menschen ist bekannt, dass sie sich an Körperflüssigkeiten von Pferden (Nasensekret, Urin) anstecken können. Die Verbreitung dieser Infektionskrankheit ist bisher nur in Australien beobachtet worden; allerdings besteht ein großes Risiko einer Weiterverbreitung durch die modernen, schnellen Transportmittel.
Der erste Fall des Hendra-Virus ereignete sich 1994 in einem Pferdestall in Hendra, nahe Brisbane. Eine tragende Stute, die 2 Tage vorher von weit her in den Pferdestall gebracht worden war, starb unter ungeklärten Umständen. In einem Zeitraum von 8 bis 11 Tagen nach dem Tod dieser Stute erkrankten 17 Pferde an einer stark fiebrigen Infektion; 14 von ihnen starben nach einer kurzen Zeit oder mussten gekeult werden.
Ungefähr 5 bis 6 Tage, nachdem die eingebrachte Stute verstorben war, erkrankten 2 Mitarbeiter aus dem Pferdestall. Auch sie zeigten eine stark fiebrige, grippeähnliche Infektion. Einer der beiden verstarb 7 Tage nach der Erkrankung an den Folgen dieser Infektion. Zuvor zeigte er eine Lungenentzündung und Nierenversagen.
Der pathologische Befund zeigte bei dem verstorbenen Menschen das gleiche Virus wie bei den erkrankten Pferden. Es war ein Glücksfall, dass dieser Erreger so schnell bestimmt werden konnte. In Brisbane selbst ist das virologische Institut für die Provinz Queensland beheimatet.
Bei weiteren Nachforschungen stellte man fest, dass das Virus in Flughunden zu finden ist. Man nimmt an, dass es mittels der Plazenta weitergegeben wird. Dies bedeutet, dass die Tiere schon bei der Geburt von diesem Erreger befallen sind. Wie genau das Virus in die Pferde gelangt, ist bisher nicht eindeutig geklärt worden. Es gibt unterschiedliche Theorien, von denen bisher jedoch keine nachweislich belegt werden konnte.
Wie bereits oben geschildert, können Menschen sich an den Flüssigkeiten der Pferde infizieren, offenbar erkrankt jedoch nicht jeder Infizierte. Bisher sind lediglich 3 Erkrankungen an Menschen beschrieben worden; zwei davon verliefen allerdings tödlich.
Im Verlauf der Erkrankung ist eine Infektion der Atemweg zu erkennen, die von gravierenden Pneumonien begleitet werden. Hinzu kommen Symptome wie Nierenversagen und Lähmungserscheinungen. In den meisten Fällen endet die Krankheit tödlich.
