Diese Pferdekrankheit wird in der Fachsprache EIA genannt. Die Buchstaben EIA stehen für equine infektiöse Anämie und dies bedeutet: ansteckende Blutarmut bei den Einhufern. Im englischen Sprachraum wird diese Erkrankung als „swamp fever“ bezeichnet.
Es handelt sich dabei um eine ansteckende Virusinfektion bei den Pferden. Sie geht mit einer fiebrigen Blutarmut einher und endet sehr häufig tödlich.
Die Tiere, die damit infiziert wurden, bleiben für ihr ganzes Leben lang Träger dieses gefährlichen Erregers. Daher ist diese Krankheit in Deutschland anzeigepflichtig; sie gilt als Tierseuche. Außerdem führt die Weltorganisation für Tiergesundheit die EIA in ihrer Liste der gefährlichen Krankheiten.
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Allerdings ist die EIA in der Vergangenheit immer seltener geworden. Im Zeitraum von 1993 bis zum Jahr 2007 gab es insgesamt 15 Krankheitsfälle, im Jahr 2008 wurden fünf Fälle gemeldet.
Die EIA wird ausgelöst durch das sogenannte equine infectious anemia Virus, abgekürzt EIAV. Es gehört zu der Familie der Retroviren. Diese sind dafür bekannt, dass es durch häufige Fehler bei der Replikation zu immer neuen Varianten des Erregers kommen kann.
Immerhin war das EIAV das erste Retrovirus überhaupt, bei dem man eine Übertragung durch den Mechanismus des Blutsaugens nachweisen konnte. Da gerade diese Blut saugenden Insekten sich gerne in feuchten Gebieten aufhalten, ist der Aufenthalt in Sumpfbereichen mit besonders hohem Risiko verbunden. Daraus ist auch der englische Name dieser Krankheit „swamp fever“ (Sumpffieber) abgeleitet.
Übertragen wird das Virus durch Flüssigkeiten: Speichel, Urin und Milch sind die Träger. Besonders strenge hygienische Vorschriften sind daher unabdingbar.
Ist ein Tier mit dem Virus infiziert, so beträgt die Inkubationszeit zwischen zwei und sechs Wochen. Eine akute Krankheitsform äußert sich in plötzlich auftretendem Fieber, starkem Durst und extrem schnellem Energieabfall. Ein optischer Hinweis auf die Krankheit sind Blutungen in Punktform, die so genannten Petechien, sowie fühlbare Ödeme im Bauchbereich. In den meisten Fällen endet diese Krankheit tödlich. Allerdings tritt die hier beschriebene akute Form der Erkrankung nicht so häufig wie die chronische.
Bei der chronischen Variante wechseln sich fiebrige Intervalle ab mit fieberfreien Zeiten. Die Pferde zeigen sich anämisch und antriebsschwach. Sie verlieren an Gewicht. Häufig geht dieser Gewichtsverlust einher mit Ödemen am Bauch und an den Beinen. Oft verschwinden diese Symptome auch wieder und die Tiere scheinen über längere Zeiträume recht gesund.
Genaue Aussagen zu der Sterblichkeitsrate bei der chronisch verlaufenden EIA kann man nicht machen, da es dazu zu wenige Angaben gibt.
Man bemüht sich, einen Impfstoff gegen diese tückische Krankheit zu entwickeln, in Europa ist allerdings noch kein Mittel zugelassen worden. Man beschränkt sich hier auf die Tötung von infizierten Tieren, um eine Ausbreitung der ansteckenden Krankheit zu verhindern.
