Fellpflege beim Pferd

Was dem Menschen die Haut, ist dem Pferd sein Fell. Geht es ihm gut, erscheint auch sein Fell glänzend und gesund. Ist sein Zustand dagegen schlecht, so kann man dies recht häufig am Fell ablesen.

Das Fell des Pferdes spiegelt insofern seinen Gesundheitszustand, bzw. seine psychische Verfassung wieder. Daher sollte der Besitzer eines solch edlen Tieres immer ein Auge auf das Fell haben, um Veränderungen sofort registrieren zu können.

Auch das Fell der Pferde bedarf einer regelmäßigen und gründlichen Pflege. Gerade, wenn die Jahreszeit zum Fellwechsel ansteht – das ist im Frühling und im Herbst – braucht das Fell des Pferdes eine besondere Beachtung.

Hinzu kommt, dass die regelmäßige Pflege helfen kann, das freundschaftliche Verhältnis zwischen dem Pferd und seinem Halter (bzw. Pfleger oder Reiter) zu intensivieren. Das Pferd schätzt das Bürsten seines Felles so, wie wir eine Wellness-Behandlung genießen.

Insbesondere nach dem Reiten empfiehlt es sich, den Bereich des Sattels und Gurtes mit einem speziellen Nadelstriegel gut abzubürsten. Hier sind die einzelnen Haare durch den vorherigen Druck von außen stark platt gedrückt worden, und durch das Striegeln, insbesondere gegen den Strich – kann man sie sehr gut lockern und wieder etwas aufstellen. Das tut dem Tier sichtlich gut.

Tiere, die den ganzen Tag im Freien auf der Koppel stehen, braucht man vor dem Reiten nur leicht zu putzen, um Rückstände von Schmutz und Schweiß locker zu beseitigen. Man macht das vorher, damit keine Druckstellen durch den Sattel und das Geschirr entstehen zu lassen. Man sollte allerdings vermeiden, das Pferd zu häufig und zu intensiv zu reinigen, denn eine Staubschicht kann sich durchaus auch positiv auf das Fell auswirken: sie bildet gewissermaßen eine puffernde Schutzschicht.

Das Putzen des Pferdes hat auch eine diagnostische Funktion: bei der regelmäßigen Pflege kann man das Tier komplett inspizieren und Veränderungen am Haarkleid sehr schnell feststellen.

Wie bei den meisten Säugetieren, enthält auch das Fell der Pferde einen ganz natürlichen Fettgehalt, der durch chemische Einwirkung verändert werden kann. Man sollte also sehr vorsichtig mit dem Einsatz fettlöslicher Reinigungssubstanzen sein, um diesen natürlichen Schutzfilm nicht zu zerstören.

Stark verunreinigte oder verschwitzte Tiere kann man bei geeigneten Witterungsverhältnissen auch mit einem Wasserschlauch vorsichtig und gründlich abspritzen. Manche Pferde haben das sogar sehr gern. Nach einer solchen Dusche sollte man das restliche Wasser mit einem speziellen Schweißmesser vom Fell abnehmen.

Eine besondere Zeit ist – wie bereits oben erwähnt – der Fellwechsel im Frühjahr und im Herbst. Die Pferde sind dann gewissermaßen in der Mauser. Zu diesen Zeiten sollte das Pferd besonders intensiv gepflegt werden, um ein zu häufiges Scheuern der Tiere zu vermeiden. Durch regelmäßiges Bürsten entfernt man die überschüssigen Haare und kann helfen, die Durchblutung des Tieres anzuregen – die meisten Pferde empfinden das als sehr angenehm.

Insbesondere in der Zeit des Fellwechsels empfiehlt sich die Beimischung eines pflegenden Öles in das Futter des Tieres, um das Fell besser glänzen zu lassen. Die Verwendung eines solchen Öles ist allerdings auch zu allen anderen Jahreszeiten günstig. Als sehr gut hat sich Leinöl erwiesen, denn es ist reich an ungesättigten Fettsäuren und daher besonders gut für die Gesundheit des Tieres geeignet. Aber auch Sonnenblumenöl kann man verwenden. Generell ist es günstig, 2-3 Esslöffel Öl dem Futter beizumischen; dies hat auch eine positive Wirkung auf die Verdauung der Pferde.

Auch ein Zusatz von Vitaminen kann sich verbessernd auf das Aussehen des Felles auswirken. Gerade stumpfes Fell kann ein Anzeichen für einen Vitamin- oder Mineralstoffmangel sein, dies tritt häufig auch zu den Zeiten des Fellwechsels auf. Oft erscheinen die Tiere dann auch matt, schlapp und ermüden schnell. Eine entsprechende Kur mit den notwendigen Zusatzstoffen, die man dem Futter bemischen kann, ist dann oft sehr hilfreich.

Im Winter haben die Pferde ein viel dickeres Fell als im Sommer. Das Winterfell erscheint grundsätzlich auch etwas stumpfer, denn es enthält mehr von den kurzen, weichen Wollunterhaaren, die für einen wärmenden Schutz gegen die Kälte in der dunklen Jahreszeit sorgen.

Bedingt durch das dickere Fell können die Tiere allerdings auch schneller schwitzen, und es braucht länger, bis sie wieder getrocknet sind. Es kommt daher häufig vor, dass aus reinen Bequemlichkeitsgründen das Winterfell abgeschnitten wird – und die Pferde nur mit einer entsprechenden Decke ins Freie gelassen werden. Diese Maßnahme hat natürlich einen starken Einfluss auf das Temperatursystem des Tieres und sollte daher sehr sorgfältig überwacht werden – wenn man sie denn überhaupt einsetzen will.

Besonders im Winter empfiehlt es sich, das Pferd nach einem Arbeitseinsatz, bei dem es stark geschwitzt hat, mit einer entsprechenden Abschwitzdecke einzudecken, bis es ganz trocken ist. Es wäre ungünstig, das Pferd mit nassem Fell ins Freie zu lassen, denn dies würde die Entstehung von Infektionskrankheiten begünstigen können. Auch in die Box sollte man das Pferd nur mit einer solchen Decke stellen.


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