Pferde haben den Menschen seit jeher durch die Geschichte begleitet.
So gibt es zahlreiche Überlieferungen, wahre Geschichten und auch Legenden, die von außergewöhnlichen Freundschaften zwischen Pferden und Menschen berichte, aber auch von Pferden, die über außergewöhnliche Fähigkeiten verfügten – eben ganz besondere Pferde.
Eine der frühesten Geschichten wird erzählt in der Sage von den Haimondskindern, die sich zu der Zeit von Karl dem Großen ereignete. Es gab Streit zwischen dem Kaiser und einer seiner Lehen, die dazu führte, dass der Kaiser die Familie verfolgen ließ.
Dabei rettete das Pferd dieser Familie alle 4 Kinder. Bayard hieß es Pferd und wurde selbst nach der Niederlage der Familie nicht von ihr an den Kaiser ausgeliefert. Die französische Sage berichtet, dass Bayard in die Berge flüchtete und so den Schergen des Kaisers entkam.
Eine sehr schöne Überlieferung kann man im Islam finden: die fünf Stuten Abayyah, Hadbah, Hamdaniyah, Kuhaylah und Saqlawiyah hatten dem Propheten Mohammed besonders treu zur Seite gestanden. Eines Tages gelangte die Karawane des Mohammed nach einem schlimmen Sandsturm und fast verdurstet an einen Wüstenbrunnen.
Alle Pferde drängten sofort gierig an diesen Brunnen, obwohl Mohammed sie zurückgerufen hatte. Nur die fünf Stuten gehorchten und kehrten ohne zu trinken sofort zu ihrem Herrn zurück. Die Legende berichtet, dass Mohammed die Stuten segnete, indem er ihnen seinen Daumen in den Nacken drückte. Genau an dieser Stelle sollen sich dann kleine, verdickte Wirbel gebildet haben.
Arabische Pferde von besonders edlem Blut sollen diese Wirbel auch heute noch zeigen. Die fünf Stuten gelten auch heute noch als Ursprung der edelsten arabischen Zuchtlinien.
So soll einer der Nachkommen der heiligen Stuten der arabische Hengst Darley Arabian gewesen sein. 1705 verkaufte ein Scheich ihn an einen Engländer, und so wurde mit Darley Arabian der Grundstein zur englischen Vollblutrasse gelegt. Einer seiner berühmten Nachfahren ist der legendäre Eclipse.
Als weitere Urväter der englischen Vollblüter gelten die Hengste Godolphin Arabian und Byerley Turk. Godolphin Arabian wurde dem Franzosenkönig Ludwig XV geschenkt, wurde aber schnell nach England verbracht, weil am französischen Hof niemand ausreichende Erfahrung im Umgang mit Pferden hatte. Byerley Turk gelangte über einige Umwege nach England.
Ein anderes berühmtes Pferd war El Morzillo – Der Schwarze. Dieser Hengst gehörte dem spanischen Eroberer Cortez, der ihn mit nach Südamerika genommen hatte. Das Pferd konnte sich nicht an die neuen klimatischen Verhältnisse gewöhnen und erkrankte, so dass Cortez es bei einem Stamm der Eingeborenen zurückließ, damit diese ihn pflegten.
Die Indianer waren jedoch völlig unerfahren im Umgang mit Pferden und El Morzillo starb. Aus Angst vor der Rache des spanischen Feldherrn errichteten sie eine Statue des El Morzillo. Allerdings kehrte Cortez niemals zurück.
Ein weiteres berühmtes Pferd war die Stute Copenhagen. Sie gehörte dem Feldherrn Wellington und zeichnete sich durch ungeheure Kraft und Zähigkeit aus. So trug sie ihren Herrn in der Schlacht von Waterloo 15 Stunden lang ohne Pause durch den Kampf.
Als das Pferd im Jahr 1836 starb, ließ man es mit allen militärischen Ehren beisetzen. Das Pferd Napoleons, der Schimmel Marengo, starb während der Schlacht von Waterloo.
Die Engländer erbeuteten den Kadaver und noch heute werden Marengos Knochen im Armeemuseum in London ausgestellt.
