Der Siberian Husky kommt aus dem nordöstlichen Sibirien und daher hat er auch seinen Namen.
Wie der Alaskan Malamute gehört er zu den nordischen Hunden, die gerne als Schlittenhunde eingesetzt werden. Bereits vor Jahrtausenden waren die Siberian Huskies wichtige Partner für die im Osten Sibiriens lebenden, nomadisierenden Stämme.
Dies waren hauptsächlich die Tschuktschen, Jugakiren, Kamtschadalen und Korjaken. Zum Teil waren sie Nomaden, während die Tschuktschen schon recht früh zu einem Teil sesshaft waren. Sie alle lebten vom Jagen und Fischen.
Gehandelt wurde mit wertvollen Pelzen, die von Stamm zu Stamm gebracht werden mussten. Bei diesen manchmal recht weiten Reisen waren Schlittenhunde unentbehrlich.
Ihre Aufgabe bestand im Transportieren von Waren oder – bei den nomadisierenden Stämmen – von Hausrat. Als Wachhunde waren die Huskies nicht geeignet, auch für die Jagd fanden sie keine Verwendung.
Huskies sind aufgrund ihrer Historie unglaublich zähe und ausdauernde Hunde. Es war durchaus üblich, eine trächtige Hündin bis zu ihrer Niederkunft im Gespann arbeiten zu lassen. Auch die Jungtiere wurden bereits im Alter von 6 Monaten vor die Schlitten gespannt. Einzelne Stämme setzten sogar die Muttertiere als Leithund ein und gewannen auf diese Art ungewöhnlich leistungsfähige Schlittenhundgespanne.
Man muss dazu wissen, dass die Hunde bei diesen Völkern ausschließlich als Arbeitshunde galten. Sicher, sie wurden gut versorgt, aber dafür mussten sie auch extreme Leistungen erbringen. So war es üblich, dass die Tiere bei minus 50° C im Freien schliefen, sie mussten oft laufen, bis sie wunde, blutige Füße hatten und in schlechte Zeiten hungerten sie oftmals so arg, dass sie ihr eigenes Geschirr auffraßen.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts erfuhr der Siberian Husky eine große Bekanntheit. Damals waren gerade in Alaska Schlittenhunderennen sehr beliebt – es war die Zeit des großen Goldrausches. Erstmalig hatte sich ein russischer Händler namens Goosak für ein Schlittenhunderennen angemeldet. Er kam mit seinen Siberian Huskies, die viel kleiner waren als die seinerzeit dort üblichen Alaskan Malamute.
Man verhöhnte und verspottete ihn wegen seiner kleinen Hunde und räumte ihm nicht die geringste Chance ein, bei dem Rennen überhaupt einen guten Platz zu erlangen. Als er sofort auf dem 3. Platz landete, waren die Zuschauer mehr als überrascht. Und nach weiteren erfolgreichen Wettbewerben und einigen Siegplätzen begannen sich die Einwohner Alaskas sehr stark für die Huskies zu interessieren. Die Nachfrage für diese Hunde stieg sprunghaft an und konnte von den Züchtern auf der russischen Seite der Beringstrasse kaum befriedigt werden.
Auch in Alaska begann man dann, den Siberian Husky zu züchten. Ein großer Anhänger dieser Rasse, Leonard Seppala, ein bekannter Musher (Gespannführer) begann mit einer planvollen Zucht.
Der Siberian Husky ist mit einer Höhe von 51 cm bis 60 cm und einem Gewicht von maximal 27 kg kleiner als die anderen Schlittenhunderassen. Laut FCI-Standard gilt der Siberian Husky als mittelgroßer Arbeitshund.
Er soll in seinen Bewegungen elegant, aber doch leichtfüßig, schnell und frei sein. Seine Gangart wird bestimmt von einer fließenden Leichtigkeit, selbst im tiefsten Schnee.
Sein Körper ist leicht kompakt, jedoch ohne schwerfällig zu wirken und sehr dicht behaart. Das Haarkleid lässt leicht die Zugehörigkeit zu den nordischen Rassen erkennen. Der gesamte Körperbau zeigt ein harmonisches Bild von ungewöhnlicher Kraft, gepaart mit Schnelligkeit und unvergleichlicher Ausdauer.
Siberian Huskies gibt es in allen Farben. Es gibt von vollkommen schwarz bis reinweiß alle Farben. Auch Zeichnungen und Muster unterschiedlichster Art kommen vor.
Die Augen dieser Hunde sind oft von einem ungewöhnlichen Blau. Sie sind mandelförmig, etwas schräg am Kopf und liegen nur mäßig auseinander. Manche Huskies haben braune Augen. Gelegentlich findet man Exemplare, die ein blaues und ein braunes Auge haben.
Die Huskies zeichnen sich durch ein freundliches und sanftmütiges Wesen aus. Sie sind sehr aufmerksam, aber nicht misstrauisch gegenüber Fremden. Bei richtiger Aufzucht sind sie auch zu anderen Hunden grundsätzlich sehr freundlich. Gerade die erwachsenen Huskies zeigen sich oft zurückhaltend und regelrecht würdevoll. Sie gelten als intelligent, leicht lenkbar und sehr eifrig.
Huskies werden oft bis zu 15 Jahre alt, es wird von Hunden bereichtet, die sogar 21 Jahre alt wurden.
