Der Magyar Agar, hierzulande auch als „Ungarischer Windhund“ bekannt, ist ein großer, kurzhaariger Windhund. Schon seit der Keltenzeit waren im heutigen Ungarn Windhunde bekannt. Im Jahre 897 n. Chr. ließen sich dann die Magyaren, ein nomadisches Reitervolk aus Zentralasien, das sowohl von seinen Vieherden als auch von der Jagd lebte, im ungarischen Karpatenbecken nieder.
Sie brachten Windhunde aus den Steppen Russlands mit, die sich dann im Laufe der Jahrhunderte mit den einheimischen Windhunden vermischten und so den Magyar Agar entstehen ließen.
Dieser athletische und witterungsunempfindliche Windhund wurde dann über viele Jahre vom ungarischen Adel für Herrenjagden und zum Coursing benutzt, die Bauern hingegen „missbrauchten“ ihn zum Wildern.
Um die Schnelligkeit und die Eleganz zu erhöhen, erfolgte gegen Ende des 19. Jahrhunderts eine Einkreuzung von verschiedenen Greyhounds. Allerdings sahen viele Ungarn darin eine Verwässerung des ursprünglichen Agar-Typs und tatsächlich bezeichnet man den Magyar Agar heute häufig als „Halbblut“.
1966 wurde die Rasse dann von der FCI anerkannt, so dass sich das Interesse an dieser alten Rasse daraufhin wieder belebte. Heute wird er sowohl bei der Jagd auf Hasen und Füchse als auch auf der Rennbahn eingesetzt.
Laut Standard beträgt die ideale Größe beim Rüden 65 cm bis 70 cm, Hündinnen sollen möglichst 62 bis 67 cm Widerristhöhe aufweisen. Allerdings wird beim Magyar Agar mehr Wert auf die Harmonie der Proportionen gelegt, als auf die exakte Größe in Zentimetern.
Das Fell ist kurz und dicht mit rauhen, glatt anliegenden Haaren. Im Winter kann sich dichte Unterwolle in beträchtlicher Menge ausbilden. Es sind alle bekannten Farben und Farbkombinationen der Windhunde zugelassen.
Man verwendet den Magyar Agar aufgrund seines robusten, muskulösen Körpers gerne als Gebrauchshund, da er als außerordentlich leistungsfähig gilt. Man sagt ihm eine treue Wesen nach und er gilt als lernfreudig und folgsam. Im Haus wird man ihn ruhig finden, in der freien Bahn liebt er es jedoch, große Bereiche ausgiebig zu erkunden. Je nachdem, wie man ihn erzieht, kann er auch sehr gut als Wachhund eingesetzt werden. In seiner Heimat wird er vorwiegend im Freien gehalten.
