Das Kooikerhondje ist ein kleiner Spaniel und hat seinen Ursprung in den Niederlanden. Es wird schon seit vielen Jahrhunderten für eine spezielle Jagd auf Enten verwendet:
In der Nähe von sogenannten Koois, das sind Röhren aus Drahtnetz, locken zahme Enten, die den Umgang mit Menschen gewöhnt sind, ihre wilden Artgenossen an. Durch das Erscheinen des Kooikerhondjes schwimmen die halbwilden Enten in den Kooi, werden dabei von den Wildenten verfolgt, die dann wiederum leicht vom Menschen eingefangen werden können.
Heutzutage fängt man auf diese Art auch seltene Vögel ein, um sie zu beringen. Schon im 16. Jahrhundert wird von einem Kooikerhondje erzählt, der Wilhelm von Oranien vor eindringenden Feinden gewarnt haben soll und ihm so das Leben gerettet hat.
Bereits im 15. Jahrhundert wurden diese Hunde von Malern verewigt, und man sieht sie auf den alten Bildern stets in sehr engem Kontakt zum Menschen. Im 17. Jahrhundert wurden diese Hunde von den Malern Vermeer und Stehen auf berühmten Gemälden verewigt und erlangten so weltweite Bekanntheit.
Danach findet diese Rasse erst wieder in den 40er Jahren des letzten Jahrhunderts Erwähnung, als die holländische Baronesse von Hardenbroek van Ammerstol die Zucht dieser Rasse mit ihrer Kooikerhündin „Tommy“ und den beiden Rüden „Bobby“ und „Bennie“ wieder aufnahm. Diese drei Hunde sind die Grundlage der heutigen Zucht, bei der pro Jahr etwa 500 Welpen registriert werden. 1967 gründete sich in den Niederlanden die Vereinigung für Kooikerhondje, dort Het Neederlands Kooikerhondje genannt. In seiner Heimat wurde das Kooikerhondje 1971 als eigenständige Rasse anerkannt. Erst recht spät – nämlich im Jahre 1990 – fand die Rasse internationale Anerkennung durch den FCI.
Der Standard wünscht eine Widerristhöhe von 35 cm bis 42 cm, das Gewicht soll dabei je nach Größe zwischen 9 kg und 11 kg betragen. Das Fell ist mittellang, leicht gewellt oder glatt; nicht lockig und dicht anliegend. Die Haare sind nicht zu fein, das Unterfell ist gut ausgeprägt. Die Farbe ist weiß mit klar abgegrenzten rot-orangen Flecken. Schwarz-weiße und dreifarbige Hunde sind nicht zugelassen. Die Fellpflege beansprucht nicht allzu viel Zeit, es reicht 1 – 2 mal in der Woche gründlich zu kämmen und zu bürsten.
Der Kopf wird aufrecht getragen und zeichnet sich durch einen breiten und mäßig gewölbten Schädel aus. Der Nasenspiegel ist schwarz, der Stop sehr deutlich und der Fang nicht tief (im Profil). Die Augen sind mandelförmig und von dunkelbrauner Farbe. Sie vermitteln diesen Hunden einen aufmerksamen und freundlichen Ausdruck. Die Ohren trägt das Kooikerhondje an den Wangen anliegend. Die Haarspitzen an den Ohren sind schwarz.
Auch heute noch leistet dieser kleine Spaniel sehr gute Arbeit an den Ententeichen und wird deshalb allgemein sehr geschätzt. Man zählt ihn zu den Jagdhunden. Er ist klein und aufgeweckt, dabei harmonisch gebaut mit ansprechender Farbe (zweifarbig).
Das Kooikerhondje gilt als fröhlich, jedoch ohne zu kläffen oder Lärm zu verbreiten; es passt sich seiner Umgebung sehr schnell an. Als Familienhund ist es beliebt wegen seiner gutartigen Freundlichkeit, seiner Aufmerksamkeit und seiner begeisterten Lernbereitschaft. Es ist gleichzeitig robust und pflegeleicht und auch als Begleithund sehr beliebt.
Diese Rasse benötigt unbedingt die Integration in die Familie und ist als Zwingerhund nicht geeignet. Sie will körperliche und geistig gefordert werden und braucht ihren täglichen Auslauf.
