Komondor

Beim Komondor handelt es sich um eine alte ungarische Hirtenhundrasse, die ihren Ursprung in den asiatischen Steppen hatte. Dort schützte das in Schnüren hängende, verzottete Haarkleid sowohl vor extremer Hitze und Kälte als auch vor Sandstürmen und Raubtierzähnen. Zudem halfen die Schnüre auch, dem Hund das Aussehen eines halbwilden Schafes zu geben.

Die Vorfahren des Komondor kamen sehr wahrscheinlich mit den Altmagyaren, die als Nomaden lebten und Viehzucht betrieben, ins ungarische Karpatenbecken. Man nimmt an, dass der Komondor ein direkter Nachkomme des Owtcharki ist. 1544 wurde die Rasse erstmals als Ungarischer Hirtenhund bezeichnet.

Der Name Komondor entstand möglicherweise aus dem ungarischen Begriff „komondor kedvu“, was soviel wie schwermütig, grob oder ärgerlich bedeutet und recht zutreffend einen alten Herdenschutzhund umschreibt.

Nachdem sich durch die fortschreitende Industrialisierung Ungarns die großen Viehherden fast ausschließlich auf die Nationalparks beschränkten, benötigte man diesen Hirtenhund nicht mehr und nur das Interesse der Rassehundezüchter bewahrte den Komondor vor dem Aussterben. Nachdem er in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts in die USA exportiert wurde, schützt er dort noch heute landesweit große Schafherden vor umherstreunenden Kojoten.

Der Standard verlangt bei Rüden eine Größe von mindestens 70 cm, Hündinnen sollen mindestens 65 cm Widerristhöhe aufweisen. Dabei gilt der Grundsatz „je größer, desto besser“. Das Gewicht soll bei Rüden zwischen 50 kg und 60 kg liegen, Hündinnen sollen zwischen 40 kg und 50 kg auf die Waage bringen.

Das Fell ist lang und dicht mit verfilzten, zottigen Deckhaaren, einer ausgeprägten Schnürenbildung sowie einem feineren Unterfell. Die Länge der Haare variiert je nach Körperstelle zwischen 9 und knapp 30 cm. Die Fellfarbe ist elfenbeinfarben. Das Fell ermöglicht dem Hund, sich völlig problemlos an die unterschiedlichsten Witterungsbedingungen anzupassen, es schützt vor starker Hitze genauso wie vor extremer Kälte.

In alten Zeiten galt der Besitz eines Komondors als Statussymbol. Die wichtigsten Hirtendynastien hielten sich daher immer mindestens ein paar dieser Hunde, denn das symbolisierte Reichtum und Wohlstand.

Später erkannte man auch in den europäischen Fürstenhäusern die Besonderheit dieser Hunde und hielt sie dort, so dass sie zeitweilig zum Statussymbol für den Adel wurden.

Diese Rasse gilt als unbestechlich und sehr instinktsicher. In seiner Familie ist er sehr anhänglich und ihr treu ergeben. Er ist sehr intelligent, lernt gerne und hat ein außerordentlich gutes Gedächtnis. Er neigt dazu, sich auf eine Person festzulegen, daher ist ein Besitzerwechsel ihm nicht zuträglich.


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