Der Hellenikos Ichnilatis, hierzulande auch als Griechischer Spürhund sowie als Ellinikos Ichnilatis, Greek Harehound or Scenthound bekannt, war schon in der griechischen Antike als Spür- und Hetzhund bekannt. Er hat seinen Ursprung in Griechenland.
Traditionell jagte er in Paaren oder kleinen Gruppen hauptsächlich Hasen. Die wörtliche Übersetzung des Namens ist „griechischer Spurensucher“, im griechischen Volksmund wird die Rasse auch als „Gekas“ bezeichnet.
Die Vorfahren dieser schönen Rasse sind die berühmten Lakonier aus dem Peloponnes in Südgriechenland, die von vielen antiken Schreibern beschrieben wurden. In Lakonia (Sparta) im Süden des Peloponnes findet sich noch heute eine nicht offiziell anerkannte dreifarbige Varietät des Hellenikos Ichnilatis.
Durch die isolierte Lage in den teilweise abgelegenen und bergigen Landschaften Griechenlands blieb die Rasse dort ziemlich rein und veränderte sich über Jahrhunderte kaum. Die Ähnlichkeit mit den Bracken aus dem ehemaligen Jugoslawien ist sicherlich kein Zufall, da das antike Griechenland sich über weite Gebiete des Balkans erstreckte und der Hellenikos Ichnilatis zum Entstehen der verschiedenen Schwarz/lohfarbenen oder dreifarbigen Balkanbracken beitrug.
Obwohl erst im Jahre 1996 als erste griechische Rasse vom FCI anerkannt, ist sie durch eine fehlende Reinzucht und durch Verkreuzung, beispielsweise mit dem Segugio und dem Juralaufhund, heute leider akut vom Aussterben bedroht.
Der Standard sieht beim Rüden eine Größe von 47 bis 55 cm vor, Hündinnen sind 2 cm kleiner. Das Gewicht soll dabei zwischen 17 und 20 kg liegen. Das Fell ist sehr kurz mit dicken, etwas groben Haaren, die dicht am Körper anliegen. Die Farbe ist überwiegend schwarz mit lohfarbenen Abzeichen. Für die Ausbreitung der lohfarbenen Abzeichen gibt es keine Einschränkungen, ein kleiner weißer Brustfleck ist erlaubt.
Der für den Hellenikos Ichnilatis gültige Standard wurde am 16. Oktober 1959 veröffentlicht. Er beschreibt diese Hunde als mittelgroße Laufhunde mit einer besonders feinen Nase. Sie zeichnen sich durch große Widerstandskraft aus und können bei der Jagd einzeln, aber auch in der Meute gut verwendet werden. Das Jagen ist die Passion dieser Rasse, und sie können sowohl in flachem Gebiet, als auch im Gebirge und sogar auf extrem felsigen Wegen gut ihrer Aufgabe nachgehen.
Der Hellenikos Ichnilatis ist kurzhaarig und besitzt mittlere Proportionen. Seine äußere Erscheinung spiegelt Stärke und Kraft wider, sein Wesen ist geprägt von großer Lebhaftigkeit. Er gilt als sehr scharfsinnig.
Der Schädel ist lang, mit recht breiter Stirn und hervortretenden Augenbrauenbögen. Der Hellenikos hat kräftige Kiefer mit einem Scheren- oder Zangengebiss und auffallend weißen Zähnen.
Die Augen sind von normaler Größe und verfügen über keine Besonderheiten; ihre Farbe ist kastanienbraun und sie geben ihm einen intelligenten und lebhaften Ausdruck.
Der Hals ist – wie auch der gesamt Körper – gut bemuskelt und sehr kräftig, der Rücken lang und gerade, die Rippen leicht gewölbt. Die Rute ist nicht lang und darf maximal bis zum Sprunggelenk reichen, sie ist hoch angesetzt, im Ansatz dick und verjüngt sich zum Ende hin.

1 Kommentar
Wir besitzen so ein Exemplar. Wir haben ihn vor fünf Jahren als 6-tägigen Welpen halbtot aus einer griechischen Mülltonne gefischt und aufgepeppelt. Heute ist er ein außerordentlich stolzer, freundlicher und schöner Hund. Diese Rasse scheint auch außerordentlich robust zu sein, außerplanmäßige “Boxenstops” beim Tierarzt hatten wir nicht.
Aber ein Anfängerhund ist das beileibe nicht, denn er hört sich zwar alles geduldig an, was man sagt, entscheidet dann aber selbst, was er macht. Er will überzeugt werden, ist aber mitteles Leckerlies leicht korrumpierbar, weil soetwas verfressenes habe ich noch nie gesehen. Damit lernt er aber sehr schnell. Es ist ihm sehr schwer begreiflich zu machen, an letzter Stelle im Rudel zu stehen, vielleicht habe wir aber auch ein ausgesprochenes Alphatierchen erwischt.
Sein Jagdtrieb ist extrem, Gott sei dank beißt er niemals andere Tiere, sondern treibt sie nur freudig vor sich her, das muss man natürlich unterbinden, weil sowas kein Förster verständlicherweise gerne sieht. Er ist blitzschnell – wir lassen ihn bei Windhundrennen laufen – und extrem ausdauernd. Manchmal habe ich den Eindruck, dass diese Rasse neben der Jagd auch zum Hüten geeignet ist, denn er hat als 1/2-jähriger mal eine große Schafherde in Minuten zusammengetrieben und ist unserem damals 16-jährigen fast blindem Westie bei Dunkelheit niemals von der Seite gewichen und ihn x-mal am Halsband aus dem Gartenteich wieder herausgezogen, wenn der mal wieder da hineingefallen ist. Auch den Schutz von Kleinkindern übernimmt er gerne: Wenn meine Frau mit ihrer Freundin sowie deren kleines Mädchen im Wald spazieren gehen, weicht er nicht vom Kinderwagen. Sobald irgendjemand entgegenkommt, wechsselt er auf die linke Seite, sodass er sich immer zwischen dem Fremden und dem Kind befindet. Selbst schwere Brandschutztüren macht er nach innen und außen auf, es hilft auch nichts, die Klinken hochzustellen.
Man sieht dem ja nur mittelgroßen Hund die Kraft nicht an, Kinder könnten ihn ebensowenig an der Leine führen wie ältere Menschen, denn wenn er etwa ein Reh wittert, würde er sie sofort umreißen. Im Umgang mit anderen Hunden ist er völlig unproblemtisch.