Hunde vom Doggentyp sind bereits auf Wandzeichnungen in ägyptischen Gräbern aus dem Jahre 2200 v. Chr. zu finden. Auch die Assyrer besaßen vor rund 4000 Jahren schon große, kurzhaarige Kampfhunde.
Man nimmt an, dass die Vorfahren dieser Hunde die noch heute lebende, langhaarige Tibet-Dogge ist. Die unmittelbaren Vorfahren der Dogge gelangten wahrscheinlich mit den Kelten auf die britischen Inseln, es besteht aber auch die Möglichkeit, dass phönizische Händler sie zuerst in den Mittelmeerraum brachten und römische Legionäre sie dann direkt in Deutschland zurückließen.
Fest steht außerdem, dass schon die Germanen mit doggenähnlichen Hunden Bären und Wildschweine jagten. Später war die Haltung dieser sogenannten „Hatzrüden“ und „Saupacker“ ein Privileg des Adels, sodass im Mittelalter in allen europäischen Königs- und Fürstenhäusern die Vorfahren der Deutsche Dogge anzutreffen waren. Deren Geschichte lässt sich seit Anfang des 16. Jahrhunderts genauestens verfolgen. Zu der Zeit wurden aus England kräftige, hochläufige Doggen nach Deutschland eingeführt, die das Ergebnis der Kreuzung von Mastiff mit Irischem Wolfshund waren.
Um mehr Eleganz zu erhalten, wurde auch der Windhund eingekreuzt. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts begann in Deutschland die eigenständige Zucht, gleichwohl blieb die Bezeichnung „Englischer Hund“ noch mehr als 100 Jahre geläufig. Nachdem die Rasse im Laufe des 19. Jahrhunderts vermehrt Einzug in bürgerliche Kreise fand, wurde sie als eine der ersten überhaupt zuchtbuchmäßig erfasst und im Jahre 1876 vom damaligen Reichskanzler Bismarck zum deutschen Nationalhund erklärt. Etwa zur gleichen Zeit wurde die Rasse auch erstmals unter dem Namen „Deutsche Dogge“ ausgestellt, im englischsprachigen Ausland wird sie auch heute noch „Great Dane“ genannt.
Die deutsche Dogge ist die grösste Hunderasse überhaupt, lt. FCI gilt für Hündinnen eine Mindestgröße von 72 cm, für Rüden eine Mindestgröße von 80 cm. Das Gewicht bei Hündinnen beträgt 50 kg – 65 kg, Rüden werden bis zu 95 kg schwer. Der im Guinness Buch der Rekorde verzeichnete größte Hund der Welt war eine Deutsche Dogge (verstorben im August 2009).
Die deutsche Dogge besitzt eine edle Erscheinung. Sie ist sehr groß, kräftig und von sehr ansprechendem Körperbau. Die imposante Optik wird hervorgerufen durch eine gut proportionierte Linie und einen sehr ausdrucksvollen Kopf. Die deutsche Dogge vereint viele hervorragende Eigenschaften in sich: Eleganz und Kraft, gepaart mit adeligem Stolz.
Der gültige Rassestandard erlaubt fünf Farben. Diese sind „blau“, „gelb und gestromt“ sowie „gefleckt und schwarz“. Als gelbe Doggen bezeichnet man solche, die von hellgoldgelber bis goldgelber Farbe sind und eine schwarze Maske tragen. Gestromte Doggen haben als Grundfarbe gelb und dazu gleichmäßige in Rippenrichtung verlaufende, klar abgegrenzte Streifen. Auch hier sollte eine Maske vorhanden sein. Bei dem gelb-gestromten Farbschlag haben die Tiere kleine Abzeichen in weiß an der Brust und an ihren Zehne.
Zusätzlich gibt es die gefleckten Doggen, auch als „Tigerdoggen“ bezeichnet. Diese haben Reinweiß als Grundfarbe (wenn möglich ohne Stichelung), mit unregelmäßigen schwarzen Flecken, die über den ganzen Körper verteilt sein können.
Die sogenannten „Schwarzen“ stammen aus der Geflecktzucht und sollen grundsätzlich von lackschwarzer Färbung sein; weiße Abzeichen sind durchaus erlaubt.
Von fast stahlblauer Farbe sind die „Blauen Doggen“; auch bei ihnen sind weiße Abzeichen zugelassen.
Es ist bei den Züchtungen nicht erlaubt, die drei Farbschläge untereinander zu kreuzen.
Weitere farbliche Sonderformen sind die „Manteltiger“, die „Plattenhunde“, „Amseldoggen“ und „Grautiger“ – diese alle unterscheiden sich durch unterschiedliche Farb- und Fleckengebung. Grautiger sind in der Zucht nicht zugelassen.
Aufgrund ihrer Größe sind die Deutschen Doggen recht krankheitsanfällig und mehr als ein Viertel von ihnen stirbt bereits im Alter von nur 5 Jahren.
Deutsche Doggen gelten trotz ihrer Größe als liebevoll, geduldig und gutmütig. In ihrer Familie sind sie sehr anhänglich, Fremden gegenüber jedoch misstrauisch. Mit anderen Hunden vertragen sie sich fast immer gut.
