Der portugiesische Wasserhund

Die genaue historische Herkunft des portugiesischen Wasserhundes ist bis heute nicht exakt belegt; es gibt dazu keine konkreten Dokumente.

Man geht jedoch davon aus, dass bereits lange vor Christus (schon um ca. 1200 – 1300 vor Christus) Vorläufer dieser Hunderasse durch Händler aus Persien bis nach Portugal verbracht wurden.

Ein Hund, der auch ein Vorläufer des portugiesischen Wasserhundes sein soll, wird als “canis turcus” bzw. “the great mongrel dog” bereits um 600 vor Christus in den berühmten Zend-Avesta (Religionsschrift der alten Perser) beschrieben.

Andere Quellen aus den Zeiten der Besetzung Portugals durch die Römer berichten von einem canis piscator (genau übersetzt: einem fischenden Hund). Damals waren auch in Rom selbst Hunde üblich, die löwenartig getrimmt wurden und „canis leo” genannt wurden.

In der Zeit zwischen 700 und 1200 nach Christus sollen die Araber, die die ganze iberische Halbinsel besetzten, für die Verbreitung von Wasserhunden aus den Steppen Südrusslands an den Mittelmeerküsten in Nordafrika, Spanien und Portugal gesorgt haben.

Ein berühmtes Zeugnis eines Wasserhundes datiert um 1620: der geniale Rembrandt malte ein Selbstbildnis, auf dem ein Wasserhund zu seinen Füßen zu sehen ist.

Ab diesem Zeitpunkt findet der Wasserhund immer häufiger Erwähnung: 1642 als Lieblingshund des Prinzen Rupert (es handelte sich um einen weißen Wasserhund), 1712 als konkrete Beschreibung des Cão d’Água” in einem Wörterbuch, und 1750 in den bekannten Rassebeschreibungen des Grafen von Bouffon aus Frankreich.

Von Bouffon hielt den römischen Löwenhund „canis leo” für den Vorfahren der Wasserhunde, die er in große und kleine Wasserhunde einteilte.

Der portugiesische Wasserhund war bis zum Ende des 19. Jahrhunderts weit verbreitet und sehr populär. Er half den Fischern bei ihrer Arbeit, diente als Wachhund für die Boote und den Fang. Er begleitete die Fischer auf ihren Booten und gab Zeichen, wenn Fische in der Nähe waren.

Er arbeitete im Wasser, trieb die Fische in die Netze und half den Fischern auch, die Netze wieder einzuholen.

Er verlor seine Bedeutung jedoch bereits im 1. Viertel des 20. Jahrhunderts, als die Fischerei in Portugal modernisiert und dadurch der Hund nicht mehr gebraucht wurde. Die Bestände gingen daraufhin sehr stark zurück.

Dennoch gab es Liebhaber und Verfechter dieser Rasse. Zwischen 1930 und 1935 wurde der erste Rassestandard aufgestellt. Vasco Besaude hatte diesen Rassestandard erstellt, wobei sein Rüde als Prototyp gilt.

Ab 1950 erfuhr der portugiesische Wasserhund stetige Verbreitung und zunehmender Beliebtheit.

Diese findet im Jahr 2009 ihren Höhepunkt, als die amerikanische Präsidentenfamilie Obama beschließt, einen portugiesischen Wasserhund als first dog ins Weiße Haus aufzunehmen.

Der portugiesische Wasserhund gilt als gelehrig, besonders geduldig und sehr kinderlieb. Daher eignet er sich ganz besonders als Familienhund.

Er hat ein sehr sanftes und überaus freundliches Wesen, verfügt aber auch über ein starkes Temperament. Er gilt als außerordentlich intelligent, lernfähig und sehr gehorsam.

Obwohl sehr wachsam, ist er kein Kläffer. Der Wasserhund ist sehr agil und liebt körperliche Aktivitäten. Für Agility ist er sehr gut geeignet. Selbst bei jungen Wasserhunden kann man schon früh mit Apportierübungen beginnen.

Sie lieben es, Dinge – vor allem aus dem Wasser – zu holen und zurückzubringen. Oft findet man diese Hunde auch als Rettungshund ausgebildet, neuerdings auch immer häufiger als Therapiehund.

Mit einer Größe von bis zu 57 cm bei maximal 25 kg zählt der portugiesische Wasserhund zu den mittelgroßen Rassen. Er wirkt sehr kräftig und massiv, seine Tätigkeit als Arbeitshund sorgte für eine gut entwickelte Muskulatur.

Auffällig ist sein Haarkleid, das keine Unterwolle hat. Da der Hund viel im Wasser arbeitete, ist sein Fell sehr robust und widerstandsfähig. Die Haare können lang und gewellt sein, oder kürzer, dann aber gekräuselter.

Den portugiesischen Wasserhund gibt es sehr häufig schwarz, seltener in braun oder weiß. Auch Mischfarben von schwarz/braun mit weiß kommen vor. Damit der Hund im Wasser vor Kälte geschützt war, ließ man die Haare im Brustbereich lang und schor ihn von der Rückenmitte nach hinten.

Dies verlieh ihm ein löwenartiges Aussehen, das auch heute noch auf Ausstellungen Pflicht ist. 

Das Fell erfordert eine konsequente Pflege, die jedoch nicht sehr zeitaufwändig ist. Der Hund sollte gelegentlich baden, allerdings nur, wenn er nicht sowieso schon im Wasser war und so sein Fell reinigen konnte. Kämmen und Bürsten sollte einmal wöchentlich auf dem Programm stehen, da das Fell sonst leicht verfilzen kann.

Für den Sommer empfiehlt sich ein kürzeres Haarkleid als im Winter, die Haare können problemlos geschnitten werden.


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