Man geht davon aus, dass der Lundehund die älteste Hunderasse aus Norwegen ist. Historisch belegbare Dokumente dazu gibt es allerdings nicht.
Jedoch existieren schriftliche Aufzeichnungen aus den Jahren 1591 (Autor Erik Hansen Schønnebøl) und 1666 (Autor Francesco Negri) die eindeutig den Lundehund erwähnen.
Als Ursprungsort der Lundehunde gilt der kleine Ort Måstad auf Værøy (Lofoten). Da auf dieser Insel aufgrund der Isolierung überhaupt keine anderen Rassen eingekreuzt werden konnten, hat der Lundehund hier seinen Ursprung bewahrt (allerdings mit dem Risiko der Inzucht).
Er wurde hauptsächlich für die Jagd auf Lundevögel eingesetzt, daher hat er auch seinen Namen. Lundevögel waren in früheren Zeiten ein beliebtes und begehrtes Nahrungsmittel bei den dort ansässigen Menschen, insofern trug der Lundehund maßgeblich zu deren Versorgung bei.
Der Lundehund ist ein eigentümlicher Hund, denn er verfügt über besondere physische Fähigkeiten. Seinen Kopf kann er bis ganz auf den Rücken zurückbeugen; dies ist eine anatomische Besonderheit, die sonst bei keiner Hunderasse zu finden ist.
Der Lundehund hat – ebenfalls sehr ungewöhnlich – 6 Zehen an jeder Pfote. Die 6. Zehe ist etwas höher und diente dazu, den Hunden beim Klettern auf den Felsen und in den Felsenhöhlen mehr Halt zu geben.
Um sich in den Felsspalten und den kleineren Höhlen, in denen die Lundevögel leben, gut bewegen zu können, hat der Lundehund seine besondere Beweglichkeit entwickelt. Er hat die Eigenart entwickelt, sich in den niedrigen, engen Gängen seitlich fortzubewegen.
Seine Vorderläufe kann er waagerecht vom Körper abspreizen, dadurch gewinnt er eine enorme Flexibilität. Auch die Ohren haben sich angepasst: da er oft bei der Jagd nach den Vögeln ins Wasser muss, kann er seine empfindlichen Ohren mit einem Knorpel zuklappen. Dies verhindert das Eindringen von Wasser und Schmutz.
Lundehunde fallen durch ihr fuchsartiges Aussehen auf. Sie sind mit einer Größe von 32 cm – 38 cm nicht besonders groß. Ihr Gewicht darf zwischen 6 kg und 7 kg liegen. Die Farbe Ihres Felles ist rotbraun mit weiss, dazu gehören kleine, schwarze Haarspitzen.
Lundehunde kommen auch in den Farben grau, schwarz-weiß, ganz schwarz und braun-weiß vor. Sie haben schräg gestellte, bernsteinfarbene Augen.
Lundehunde eigenen sich gut als Familienhunde, sie gelten als besonders kinderlieb.
Da sie immer selbständig gearbeitet haben, ist es wichtig, ihnen Aufgaben zuzuteilen, bzw. sie gut zu beschäftigen, da sie sich sonst schnell langweilen.
Nicht unerwähnt bleiben sollten die besonderen Anforderungen, die die Fütterung des Lundehundes betreffen: aufgrund seiner Entwicklungsgeschichte ist sein Verdauungssystem auf die Ernährung mit Vögeln und Fischen eingestellt.
Er verträgt daher keine anderen tierischen Fette, bzw. diese nur sehr schlecht.
Es gibt nur noch sehr wenige Exemplare des Lundehundes. Schon in der Mitte des 19. Jahrhunderts ging ihr Bestand zurück, da man zu diesem Zeitpunkt begann, die Vögel mit Netzen zu fangen, und der Lundehund gewissermaßen überflüssig wurde.
Hinzu kann eine besondere Steuer, die auf den Besitz von solchen Hunden zu zahlen war, da die Tier sich stark vermehrten und herumstreunten, und eine Staupeepidemie, die 1941 den Bestand endgültig dezimierte.
Eine Frau aus Ost-Norwegen, die sich sehr für die Rasse der Lundehunde interessierte, besaß noch einige ursprüngliche Exemplare, mit denen langsam die Zucht wieder aufgebaut werden konnte.
Weltweit existieren nur noch ca. eintausend Tiere, von denen gute 60% in Norwegen leben.
