Der Afghanische Windhund hat seinen Ursprung in Afghanistan. Daher hat er auch seinen Namen.
In den rauen Hochebenen des Hindukusch-Gebirges begannen die dortigen afghanischen Nomadenstämme bereits vor 4000 Jahren eine Hunderasse zu züchten, die als Urahn des heutigen afghanischen Windhundes gilt.
Man nimmt an, dass die damaligen Hunde aus dem Nahen Osten nach Afghanistan kamen. Die Ähnlichkeiten im Körperbaum lassen auf eine nahe Verwandtschaft mit dem Saluki und dem Taigan aus Kirgisien schließen.
Der afghanische Windhund wird in seiner Heimat Thasi genannt, bei uns kennen wir auch unter der abgekürzten Bezeichnung Afghane.
In seiner Heimat besaß der Afghane stets eine große Hochachtung, oft wurde er wie sehr wertvolles Gut behandelt. Und das ist er auch tatsächlich: wer einmal einen solchen edlen Hund gesehen hat, der weiß sofort, dass ein Afghane kein gewöhnlicher Hund ist.
Schriftliche Dokumentationen aus jüngerer Zeit (1962) direkt aus Afghanistan sprechen von drei Typen bei der Rasse des Afghanen:
- dem Bakhmull, mit sehr langem und ausgesprochen seidigem Haar
- dem Kalagh, der am Körper glattes Haar trägt und an den Beinen und an seinen Ohren langhaarig ist
- dem Luchak, der sich durch sehr glattes Haar auszeichnet
Es ist jedoch ungeklärt, ob es sich dabei um klar abgrenzbare Unterrassen handelt, oder ob Vermischungen der Arten untereinander erfolgten. In ihrer Heimat galten die Tiere als dermaßen kostbar, dass es verboten war, sie zu exportieren.
Daher musste man diese Hunde verbotenerweise aus dem Land schmuggeln. Dies geschah erstmalig im 2. anglo-afghanischen Krieg (1878 – 1881), als britische Soldaten erste Exemplare dieser edlen Hunde nach Europa brachten.
Der erste Afghane, der überhaupt auf einer Ausstellung in Europa gezeigt wurde, war die Hündin Mortee. Nach und nach wurden immer mehr Tiere nach England gebracht und dort begann auch die Zucht. Der endgültige Zuchtstandard wurde 1925 festgelegt.
Während man sich in den ersten Jahren auf den Afghanen als Jagdhund festlegte, erfolgte die Zucht später immer mehr mit dem Schwerpunkt auf reine Ausstellungstiere. Man legte Wert auf ein besonders langes und sehr volles Haarkleid, was die Hunde auf der Rennbahn behinderte.
Daher haben sich bei dem Afghanen unterschiedliche Zuchtlinien herausgebildet: die Showhunde, die optisch durch ihr edles und voluminöses Haarkleid bestechen, und die für die Rennbahn bestimmten Hunde, die viel kürzere Haare haben.
Je nachdem, ob der Hund für Windhundrennen verwendet werden, als Ausstellungshund Pokale gewinnen soll oder als ursprünglicher afghanischer Windhund hergezeigt werden soll, haben sich diese 3 Typen herausgebildet.
Der afghanische Windhund ist ein großer, sehr eleganter Hund. Er vereint vornehme Würde und Stolz auf perfekte Art miteinander und drückt gleichzeitig Kraft und Schnelligkeit aus.
Er trägt einen relativ langen, schmalen Schädel, der sich durch einen langen Haarschopf auszeichnet. Das Fell am Körper ist lang und bewegt sich während des Laufens wie Wasser an seinem Körper. Es kommt in allen Farben vor. Besonders häufig trifft man Creme, Silber, Rot, Schwarz, Schwarzbraun, Schwarzsilber, Domino und Elfenbein.
Die Widerristhöhe liegt bei Rüden zwischen 68 cm und 74 cm, bei den Hündinnen zwischen 63 cm und 69 cm; das Gewicht dieser Tiere liegt bei 20 kg – maximal 30 kg für sehr große Rüden.
Der afghanische Windhund ist von sanftmütigem Charakter und verhält sich unauffällig und fast immer sehr ruhig. Manchmal kommt sein Jagdtrieb durch, da kann es Probleme geben, wenn man ihn im Wald ohne Leine laufen lässt. Beim Spaziergang fällt er immer durch seinen stolzen Gang auf, der charakteristisch für ihn ist.
Er ist sehr verträglich mit anderen Hunden. Bei der Ausbildung zeigt sich der Afghane geduldig und gelehrig, bleibt jedoch gerne unabhängig und zeigt das auch. Er ist sensibel und neigt bei falscher Behandlung schnell zum Misstrauen.
Kinder gegenüber verhält er sich gleichmütig und geduldig. Da ihm jeglicher Schutztrieb fehlt, ist er als Wach- oder Hütehund nicht geeignet.
