Wildhunde: Der Dingo II

Dingos haben ihre Lebensweise völlig der Umgebung angepasst, in der sie leben.

So sind Dingos, die in warmen Gebieten wohnen, sehr häufig nachtaktiv, wogegen Dingos, die in kühleren Bereichen beheimatet sind, tagsüber die meisten Aktivitäten zeigen. Man kann allerdings beobachten, dass sie generell zu den Zeiten des Sonnenaufgangs und des Sonnenuntergangs am aktivsten sind.

Die Phasen der Beschäftigung dauern nie besonders lang (fast immer weniger als eine Stunde) und werden von Ruhephasen begrenzt. Sehr häufig sind Dingos alleine anzutreffen, obwohl sie fast immer zu einem Rudel gehören. Dingos sind soziale Tiere und pflegen die Gemeinschaft innerhalb einer fest bestehenden Gemeinschaft. Gerade während der Zeit der Paarung und der Aufzucht der Nachkommen sind sie ständig mit ihrem Partner und auch dem Rudel zusammen.

Sobald für Dingos die Möglichkeit besteht, ein Rudel zu formen, tun sie das. Sie achten darauf, dass sie nicht mit benachbarten Rudeln in Konflikt geraten und halten ihre Reviere daher genau ein. Fast immer werden fremde Eindringlinge getötet.

Die Rudel der Dingos bestehen aus mindestens drei und höchstens zwölft Tieren. Im Allgemeinen sind das die beiden Alpha -Tiere, ihr Nachwuchs des letzten Jahres und der des aktuellen Jahres. Bei der Rudelbildung zeigen sich jedoch auch Abweichungen – je nach Region. Wenn die Beutebeschaffung es erfordert, werden durchaus größere Rudel gebildet.

Die australischen Dingos, die in der Wildnis leben, sind Menschen gegenüber sehr scheu. Es zeigen sich jedoch immer mehr Ausnahmen, besonders in solchen Gebieten, in denen die Menschen sich verstärkt in Dingo-Wohngebieten aufhalten. So beobachtet man immer häufiger recht zutrauliche Dingos auf Campinplätzen in den australischen Naturparks. Auch in der unmittelbaren Nähe von stark frequentierten Landstraßen zeigen sie sich häufiger und auch in den stadtnahen Vororten, die an die Wildnis grenzen. Es wird berichtet, dass die Dingos dort vor allem nachts die Grundstücke und Gärten der Menschen ohne jede Scheu durchstreifen.

Oft sind sie dabei auf der Suche nach Nahrung, und die Nähe der Menschen verspricht dabei häufig Erfolg. Anders ist das in der Wildnis. Der Dingo hat sich der Natur gut angepasst und ist ein Allesfresser. Analysen haben ergeben, dass Dingos von großen Säugetieren bis zu Insekten fast alles vertilgen, was ihnen vor die Zähne kommt.

Ganze 170 Arten hat man als Beutetiere von Dingos nachweisen können. Die Befürchtung, dass Dingos das Wild der Bauern reißen, um ihren Hunger zu stillen, hat sich nur zum Teil bewahrheitet; allerdings gehören Rinder zu ihrer bevorzugten Kost..

Die Hauptnahrungsquellen der Dingos sind neben Rindern die folgenden Arten:

Düster- und Langhaarratten
Flink- und Sumpfwallaby
rotes Riesenkänguru
Fuchskusu
Nacktnasenwombat
Spaltfußgänse

Je nach Region erscheinen aber auch kleinere Nager, Schlangen und verwilderte Hauskatzen auf ihrem Tisch. Ihr Speiseplan ist abhängig von der Gegend, in der sie leben – ihre Opfer sind hauptsächlich die häufigsten in ihrer Nachbarschaft lebenden und für eine Mahlzeit geeigneten Tiere.

Sie bevorzugen dabei etwas größere Tiere, wobei hauptsächlich Säugetiere (über 90% der Nahrung!) zu ihren Opfern zählen.


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