Die Staupe zählte früher zu einer der häufigsten Erkrankungen beim Hund.
Für eine sehr lange Zeit war sie in Deutschland nahezu verschwunden, tritt jedoch seit den 90-er Jahren erstaunlicherweise wieder vermehrt auf.
Die Staupe wird in der Fachsprache „canine distemper” genannt. In den meisten Fällen sind junge Hunde infiziert. Die Inkubationszeit bei dieser Krankheit liegt bei 3 – 7 Tagen.
Die Hunde nehmen für gewöhnlich das Virus über die Schleimhäute auf (Maul- oder Nasenschleimhaut). Das Virus wandert zunächst in die Mandeln und vermehrt sich dort. Später (am 4. Tag der Infektion) lässt sich das Virus in den Bereichen Thymus, Milz, Knochenmark und den Lymphknoten nieder.
Falls der Hund in der Lage ist, ausreichend Antikörper zu bilden, dann verläuft die Infektion unspektakulär.
Bei Hunden, die keine Antikörper bilden, breitet sich das Virus weiter dramatisch aus. Befallen werden dann die Atemwege und -organe, der gesamte Verdauungsapparat und das Nervensystem.
Gerade in dieser Zeit besteht größte Ansteckungsgefahr, da über die Körperflüssigkeiten des Hundes das Virus übertragen werden kann. Ein Hund, der mit dem Staupe-Virus infiziert ist, scheidet das Virus über alle Sekrete und Exkremente aus, sodass andere Hunde sofort angesteckt werden.
Da die Staupe in Deutschland für sehr lange Zeit fast als ausgestorben galt, hatten Mediziner in den vergangenen Jahren oft das Problem, diese tückische Krankheit nicht rechtzeitig zu erkennen. Sicher kann man als Grund für die wieder auftretende Verbreitung die Globalisierung ansehen.
Seit einigen Jahren werden vermehr Tiere aus dem Ausland eingeführt, insbesondere aus Osteuropa. Hinzu kommt eine immer stärker zu beobachtende Impfmüdigkeit bei deutschen Hundehaltern, wodurch die Verbreitung der Staupe natürlich begünstigt wird.
Als weitere mögliche Ursache der neuerdings wieder verstärkt auftretenden Krankheit wird auch eine Mutation der bisher bekannten Virenstämme angenommen. Möglicherweise reichen die bisher entwickelten Impfstoffe nicht mehr aus, um genügend Schutz dagegen zu bieten.
Es ist unbestritten, dass die Staupe-Erkrankungen in den letzten Jahren bedenklich zunehmen.
Ansteckungsgefahr besteht nicht nur durch andere Hunde, sondern auch durch Kleintiere, die vorwiegend im Wald und auf Wiesen anzutreffen sind, nämlich die kleinen Marder und Frettchen. Auch sie sind Träger des Staupe Virus.
Klare Krankheitszeichen sind zunächst hohes Fieber, Erschöpfungszustände, generelle Appetitlosigkeit und Verweigerung der Nahrungsaufnahme.
Der Hund ist üblicherweise matt und müde, die Haare fallen ihm teilweise aus. Im fortgeschrittenen Stadium sind infizierte Hunde regelrecht bewegungsunfähig. Gleichzeitig leidet der Hund an Ausfluss aus Nase und Augen, der zunächst sehr klar und wässrig ist, später dann zähflüssiger erscheint. Besonders dieser schleimige Ausfluss ist extrem ansteckend, daher ist jeder Kontakt damit zu vermeiden!
Je nach Alter und Gesundheitszustand des Hundes können die Symptome sehr stark oder vermindert auftreten. Fieber verbunden mit einer Bindehautentzündung kann auch ein Hinweis auf Staupe sein. Gehen Sie bei diesen Symptomen mit ihrem Hund sofort zum Tierarzt.
Wenn das Virus den Darm befallen hat, zeigen sich folgende Anzeichen:
Durchfall und Erbrechen, begleitet von Austrocknung und Appetitlosigkeit, gefolgt von starker Gewichtsabnahme.
Befällt das Virus Bereiche im Gehirn, so kann dies zu einer Verhaltensveränderung beim Hund führen.
Auch Störungen in der Motorik wie z. B. Gleichgewichtsverlust und Zittern können ein Anzeichen sein. Auch temporäre Lähmungen und häufige Krampfanfälle können durch Staupe-Viren hervorgerufen werden.
Leidet ein Hund an dieser schweren Form der Infektion, muss er fast immer eingeschläfert werden, da die Schäden irreparabel sind.
Lassen Sie daher Ihren Hund immer in den notwendigen Abständen gegen Staupe impfen, um ihm und Ihnen dieses Leid zu ersparen.
In der 7. bis 8. Lebenswoche erfolgt die Grundimmunisierung, die erste Nachimpfung wird im Zeitraum von der 12. bis zur 16. Lebenswoche vorgenommen.
Diese Impfung muss jährlich wiederholt werden.
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