Die Rasse der Shagya-Araber stammt aus Ungarn. Eine erste historische Dokumentation zu diesen Pferden findet sich im Zusammenhang mit der Gründung des Gestütes Babolna im Jahre 1789.
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Das Gestüt war österreichisch-ungarisch und befand sich direkt unter staatlicher Verwaltung. Allerdings trugen die Pferde damals noch nicht diese Rassebezeichnung – diese wurde erst – fast 200 Jahre später – im Jahr 1978 eingeführt.
Bis 1978 war diese Rasse lediglich bekannt als eine der Araberrassen. Ausgangspunkt der Zucht war Babolna, wo man seit der Gründung des Gestütes akribisch die Zuchtbücher führte und sämtliche Zuchtstuten auf dem Papier festhielt.
Man setzte zur Zucht nur ausgewählte Linien von Tscherkessen, der Moldauer und ungarischen Rasse, sowie der Siebenbürger und der Radautzer Rasse ein.
Zuchtziel war im Ergebnis eine spezielle Araberrasse, die größer sein sollte und eine verbesserte Knochenstärke aufzuweisen hatte. Gleichzeitig wollte man ein Pferd, das bessere Reiteigenschaften mit sich brachte.
Durch das Verkreuzen der o. g. transsylvanischen Rassen erhielt man tatsächlich sehr edle, trockene Pferde mit ungewöhnlichen, schön anzusehenden Köpfen.
Zu den bekannten Stammpferden der Rasse zählen z. B. die Araber-Stute Tifle (* 1810), der Vollblutaraber Gazlan und Shagya (wurde 1836 aus Arabien kommend nach Ungarn gebracht). Auf Shagya ist auch die seit 1978 bestehende Rassebezeichnung zurückzuführen.
Bis heute liegt das Hauptzuchtgebiet für Shagya-Araber in Ungarn. Erwünscht ist eine starke optische Unterscheidung zwischen Stuten und Hengsten.
Shagyas gelten als sehr genügsame, robuste und gesunde Pferde. Sie eignen sich daher sehr gut als Sportpferde. Ihr Temperament ist leicht zu regulieren, und daher sind sie auch sehr gut als Reitpferde für Reitanfänger oder sehr junge Reiter geeignet.
Bemerkenswert sind ihre ungewöhnliche Ausdauer und ihre starke Leistungsbereitschaft. Für Ritte auf längere Distanzen sind sie dankbar – sie wollen regelmäßig gefordert werden und Anregungen erhalten – erst dann sind sie zufrieden.
Die Shagya-Araber von heute haben ein Stockmaß von mindestens 150 cm bis circa 160 cm. Vergleicht man die arabischen Rassen, so stellt man fest, dass es sich bei ihm um einen völlig eigenen Typ handelt. Sie zeichnen sich durch ein besonders stabiles Fundament aus, und auch die Knochenstärke ist weitaus dichter als bei den „normalen“ Arabern. Der Umfang des Röhrbeines soll 18 cm nicht unterschreiten.
Der Kopf zeigt eine eindeutige orientalische Optik. Die Augen sind von ungewöhnlicher Ausdruckskraft, und verleihen diesen Pferden einen sehr lebhaften Ausdruck. Die Ohren sind recht hoch angesetzt, dabei sehr kurz und beweglich.
Meist erscheint der Shagya-Araber als Schimmel (80% – 90%), es gibt jedoch auch Braune und Füchse, sehr selten auch Rappen.
Hauptsächlich fanden die Shagya-Araber Verwendung in der damaligen KuK Monarchie; sie dienten als Reitpferde der österreichischen und ungarischen Offiziere. Sie entsprachen exakt den Bedürfnissen der Kavallerie und erwiesen sich als ausgezeichnete Reitpferde.
Dies führte zu einer hohen Bekanntheit dieser Rasse, und auch in anderen Ländern bemühte man sich, gute Hengste und Stuten für die Zucht zu bekommen. So wurden viele der Shagyas nach Polen, in die Slowakei, nach Bulgarien und nach Jugoslawien exportiert.
Bis heute wurden regelmäßig immer wieder Hengste und Stuten aus dem Orient eingeführt, um frisches Blut in die Zuchtlinien zu bringen. Dies führte zu verbesserter Trockenheit und einem gesteigerten Leistungsvermögen. Auch in Bezug auf die optische Erscheinung wirkte sich der Einfluß des frischen Blutes aus Arabien positiv aus.
